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Ich Chef, du nix

Aus dem Verkehr gezogen: den Schläger einer Fraulauterner Spielerin24.01.18 - Gemäß diesem Motto ist die Leistung des OSR bei den diesjährigen Landesmeisterschaften der Aktiven für mich treffend zusammengefasst.

Wollten die Verantwortlichen vermutlich ein Zeichen setzen gegen Manipulationen am Schläger, ist ihnen die Umsetzung in der praktischen Anwendung leider ordentlich in die Hose gegangen. Bei den diesjährigen Landesmeisterschaften der Aktiven wurden die Tischschiedsrichter vor Beginn der Veranstaltung drauf eingeschworen, die Schläger der Spieler sehr genau in Augenschein zu nehmen. Gleich zu Beginn des Turniers fanden ebenfalls stichprobenartig größere Kontrollen statt. Hier wurde gleich der erste Fraulauterner Schläger einkassiert: Belag zu krumm, beim offiziellen Test durchgefallen. Zum Glück war ein Ersatzschläger vorhanden und so konnte die Spielerin- gehandicapt, aber- weiterspielen.
Schlechter erging es der zweiten Fraulauterner Dame: ihr Schläger fiel bei der Sichtkontrolle am Tisch durch und wurde wegen Abnutzung am Rand (s. Bild, roter Belag) einkassiert. Mangels eigenem Ersatzschläger ging es mit dem Schläger eines bereits ausgeschiedenen Vereinskameraden dann weiter.
Auch eine dritte Spielerin von Fraulautern wurde (im Halbfinale!) beim Schlägertest ihres Materials beraubt (wegen einer Macke am Belagrand) und musste mit einem ähnlichen Ersatzschläger weiterspielen. Großes Kino im Halbfinale!

Die Idee der Schlägerkontrolle ist echt gut gemeint. Aber bitte liebe Schiedsrichter handelt hier mit Augenmaß. Denn genau das steht auch im Regelwerk des DTTB (s. unten).

Spieler, die ihren Schläger manipulieren, bekommen ihren Schläger zu Recht entzogen, aber doch nicht wegen ganz normaler Abnutzung! Wir spielen lediglich Saarlandmeisterschaften und das aus Spaß an der Freude. Aber so geht es echt nicht!

Da passt ins Bild, dass der selbe Schiedsrichter quer durch die ganze Halle hinkt um am anderen Ende der Halle eine junge Spielerin, die sich nochmals warm spielen wollte, vom Tisch zu nehmen. Auf die Frage aufgrund welcher Bestimmung das Training am anderen Ende der Halle unterbunden wurde, kam die Antwort: ich bin hier der Oberschiedsrichter, ich darf das.

Dazu schreib ich nur: Nicht alles was man darf, sollte man auch machen!


Ausschnitt aus der Richtlinie zu Schlägertests:
4.7.1 Geringfügige Abweichungen von der Vollständigkeit des Belags oder der Gleichmäßigkeit
seiner Farbe, die auf zufällige Beschädigung, auf Abnutzung oder Verblassen zurückzuführen sind, können zugelassen werden, sofern sie die Eigenschaften der Oberfläche nicht entscheidend verändern.

Interessantes aus einem Bericht von mytischtennis:
Ob die verstärkten Kontrollen die Betrügereien aus dem Sport verbannen, bleibt abzuwarten. Bereits abzeichnen lässt sich leider eine negative Entwicklung: die Verunsicherung der Spieler. Manche Schiedsrichter verlieren das Wesentliche, also die Überführung von bewussten Manipulationen aus den Augen. Beanstandet werden gerne auch kleine Feinheiten, die im Laufe eines Wettkampfes schon mal passieren können, wie beispielsweise winzige Risse am äußeren Rand des Belags.
Früher bezog sich die Nervosität vor dem Spiel auf den Gegner, seinen starken Aufschlag oder dem furchteinflößendem Schuss: heute wird gebangt, ob man überhaupt mit dem Schläger seines Vertrauens antreten darf. Der Spieler-Appell richtet sich an das Feingefühl der Unparteiischen. Alle wissen: Schlägerkontrollen sind unvermeidbar und müssen durchgeführt werden, aber Priorität hat immer noch der Spieler und nicht die Überkorrektheit mancher Schiris.

Autor: sb

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